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Ob ich dich liebe




Ob ich dich liebe, fragst du?
Nein, das tue ich nicht. 
Ich bin es.
Es ist kein Handeln, kein Wirken, kein Tun.
Es ist pures Sein.
Es findet so 
nur seinen Ausdruck,
wie es auf viele andere Weise 
auch Ausdruck findet:
in meinen Gedanken,
meinem Fühlen,
in der Art, 
wie ich mich selbst, 
dich, 
uns und die Welt sehe.
Ob ich dich liebe, fragst du?

...und ich küsse zärtlich deine Stirn..

Benno Blues

Das Leben optimieren





Wenn ich mein Leben ändern will, 
setze ich mir Ziele,
vergesse aber allzu gern,
dass der Weg dorthin 
ja eigentlich mein Leben ist.

Benno Blues

Hemmnisse




Nichts blockiert uns so sehr
wie die Dinge,
die schon immer so waren.

Benno Blues

Gutezeitenland




Als pflüge ein Schleppnetz durch die Nacht,
von des Himmels stillweiter Ferne,
und nähme mit all das Schwere in mir,
auch kindlichen Schmerz,
in die Klarheit ewiger Sterne.

Als gieße es aus Ozeanen
Nebel des Friedens in meine Welt.
Als wehte nun Wind mir erster Stunde,
aus Hoffnung geboren.
Als verschließe sich heilsam die klagende Wunde.

Der Baum des Vertrauens neigt sich mir zu,
senkt milde nun die Krone.
Seine Blätter, die wispern und flüstern mir leis
die Geschichte von Aufbruch aus alter Zeit
und dass ein solcher sich lohne.

Ein wärmend Tuch, ein tragend Netz,
gewirkt aus zarter Seele Faden
versponnen, verwoben, mit Gold versetzt,
gebunden aus Träumen und Sehnen,
rahmenlos und gedankenleicht,
trägt es an Ufer jenseits der Tränen.

Als füge sich vieles neu und fein,
was krumm war wird gerad,
und als müsse das einfach alles so sein,
geführt von ewiger Hand,
stehe aufrecht ich nun und ziehe ein
in das Gutezeitenland.

Benno Blues

Das Leben verstehen





Ich habe die Natur,
die Kunst
und die Poesie.
Wenn das nicht genug ist,
was ist dann genug?

Vincent van Gogh

Zum Kern zu gelangen




Nichts ist notwendiger als das Überflüssige.


Filmzitat aus „Das Leben ist schön“ (1997)


Verstand ohne Mitgefühl


Mitgefühl


Ich mag diese Stille nicht.
Es ist, als wiche das Leben aus mir.
Doch ist es nur das, was ich für ein Leben halte.

Hinter der Stille
da liegt mein wirkliches Leben.

Benno Blues

Tägliche Entscheidung




Ich kann mich nicht gleichzeitig um das Dunkle und um das Helle kümmern, nicht da draußen in der Welt und auch nicht in mir.

Benno Blues

Lebenszeit




Wir leben mit der Zeit, aber nicht in der Zeit.
Wir schreiten beständig den Zahlenstrahl hinauf und nennen jede einzelne Position beim Namen.
Der Zeit gilt unsere ganze Aufmerksamkeit.
Was würde sich ändern, wenn wir das unterließen?
Wo überall könnte dann unsere Aufmerksamkeit sein?

Benno Blues

Ruhelos




Alles was ich morgen tun muss, raubt mir heute das Leben.

Benno Blues

Bei sich sein




Nur im ruhigen Teich spiegelt sich das Licht der Sterne. 

aus China

Nach vorn sehen


Spruch Loslassen
Foto: pixabay.com

Was wir loslassen, kann uns nicht mehr festhalten.

Ernst Ferstl

Begehrlichkeiten


Spruch Liebe
Foto: pixabay.com


Im Angesicht der Liebe und im Angesicht des Todes
ist alles nichts und nichts alles.

Warum eigentlich sonst nicht...?

Benno Blues

Herausforderungen des Lebens



Es gab Tage, da fragte ich mich, ob das bereits alles gewesen sei, ob es überhaupt noch Herausforderungen geben könne in meinem Leben. Dies glich dem Zustand, die eigene Brille zu suchen, die auf der Nase prangte. 
Herausforderungen mögen in der Zukunft liegen, werden dort aber nicht zu finden sein. Die Herausforderung des Lebens in jedem Moment spüren zu können, der mich jetzt gerade atmen lässt, scheint mir hingegen der einzige Schlüssel zu einer erfüllten Begegnung mit dem Leben und mit mir selbst zu sein.

Benno Blues

Richtig und falsch




Zwischen zwei Atemzügen
wohnt es.
Zwischen zwei Gedanken
ist es zu Hause.
Zwischen richtig und falsch,
zwischen gut und schlecht,
zwischen schwarz und weiß,
da fühlt es sich wohl.
Hier findet es statt,
das Leben.

Benno Blues

Zur rechten Zeit


Die richtige Zeit


Zur rechten Zeit 
du Menschen triffst,
die etwas geben dir.
Doch jene auch du treffen wirst,
die Unbequemen,
die dir so manches nehmen.

Zur rechten Zeit 
triffst Menschen du,
die dich verletzen bös, gemein.
Doch triffst du solche immer auch,
die trösten dich,
dir Obhut sind und Heim.

Zur rechten Zeit erfährst du Leid
triffst Dunkelheit in dir,
begegnest eignem alten Schmerz
liebloser Stund aus Kindertagen,
verwandelst Trauer dann in Kraft
und schlechtes Wort in gutes Sagen.

Zur rechten Zeit 
wirst du verbinden,
wirst halten und bewahren,
vielleicht auch einmal stille stehn.
Zur rechten Zeit doch wirst du lösen
und guten Schrittes weitergehen.

Die rechte Zeit zeigt nicht die Uhr.
Nichts im Kalender steht.
Heut kann es sein,
morgen
oder nie,
Allein dein Herz kennt die Magie.

Warte nicht auf besseres Wetter
oder bessere Zeit!
Leb beständig deine Träume!
Warten ist oft Müßiggang
und verpasst du deine Zeit,
verstreicht sie wie ein Geigenklang.

Benno Blues

Glücksverhinderer




Ich weiß schon, was ich will.
Eigentlich.
Ich bin mir nur nicht sicher.

Ich weiß nicht,
ob ich das schaffe,
ob ich das auch morgen noch will,
ob mich das glücklich macht.

Ich weiß nicht,
ob ich etwas verliere dabei,
ob der Zeitpunkt der richtige ist,
ob es sich lohnt.

Ich weiß nicht,
ob ich gut genug dafür bin,
es nicht jemand anders besser könnte
oder ich mich blamieren werde.

Ich weiß nicht,
ob es auch dir gefällt,
was Mama und Papa dazu sagen werden
oder die Leute in der Stadt.

Ich weiß nicht, 
ob mir das zusteht,
ob ich es wert bin,
ob man das tun darf.

Ich weiß schon, was ich will.
Eigentlich...

Benno Blues

Die Reise des Lebens





In der Transsibirischen das Leben bereisen,
mit großen staunenden Augen dies tun.
So wunderbar die Welt vorüber fliegen lassen,
ein Hauch von Unendlichkeit,
in jedem Augenblick.

Leben.
Leben im Bewusstsein des Kommens und Gehens.
Wahrnehmen, ohne bewerten zu müssen.
Nur fühlen, wo Denken nichts bessern würde.

Gespannt sehen, wer wohl zusteigen mag
an geplanten und ungeplanten Haltestellen des Lebens.
Den Menschen freundlich entgegen blicken.

Auch zurücklassen können.
Die Richtung nach vorn,
Fahrt aufnehmend.
Mal rasant,
mal vorsichtig,
mal sinnlich bewegt.

Eine Zeit lang interessiert und aufmerksam
und eine andere Zeit lang
im Ruhewagen unterwegs.
Vertrauensvoll dem Rhythmus der Schiene,
dem Rhythmus des Lebens folgend.

Dann wieder
den eigenen Herzschlag zum Takt werden lassen,
den die Räder auf die Gleise schlagen.

Eine Tasse Tee gefällig?
Etwas Zucker?
Nein Danke!
Ein wenig Milch wäre schön.

Menschen kommen und Menschen gehen.
Manchen von ihnen blicke ich nach.
Andere werde ich schnell vergessen.
Ich taste nach deiner Hand.
Sie ist da.

Bergauf knarrt es im Zug und es geht schwer.
Langsam wird die Fahrt und droht zu stoppen.
Ein Ächzen und Ziehen,
stöhnende Maschinen.
Dampf mischt sich in Rauch.
Stille.
Innehalten für den Moment. 
Stille.
Und langsam wieder Fahrt aufnehmend,
holperig zunächst,
doch irgendwann
sich ergießend in Leichtigkeit.

Die Sonne geht auf und die Sonne geht unter.
Die Reise geht weiter.
Der Horizont ist fern.
Wie schön das Leben ist.
Sehend
eins sein.

Benno Blues

Erwartungen


Es ist ziemlich anstrengend,
durch eine zusammen gerollte Zeitung hindurch, 
die Welt entdecken zu wollen.

Benno Blues

Schöpfertum




Träumend plant der Geist seine eigene Wirklichkeit.

Sören Kierkegaard
vor blättern