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Mitgefühl und Lebenslast


Foto: Angelina Ströbel / pixelio.de


Die Last deines Lebens,
sie gleicht einem grauen Stein.
Behutsam nehme ich ihn in meine Hände.
Er wiegt schwer.
Ich sehe ihn mir an.
Ich sehe ihn mir an und bemerke
die vielen kleinen Schriftzeichen 
auf seiner Oberfläche.
Von Trennung erzählen sie, 
von Zurückweisung, 
von Verletzung, Trauer und Schuld.

Viele Geschichten weiß der Stein zu erzählen.
Ich höre ihm zu.
Und während ich ihm zuhöre, 
spüre ich, 
wie er leichter wird nach und nach.
Ich rede nicht.
Ich höre nur,
nicke ab und zu und sehe ihn an.

Er hat viel zu erzählen, dieser Stein.
Es tut ihm gut, das jemand zuhört.
Meine Hände wärmen ihn.
Es klingt fast friedlich, wie er erzählt,
mit sanfter Stimme mitten in die Stille hinein.

Benno Blues

Ausreichend


Foto: Gabriela Neumeier / pixelio.de

Du musst nicht immer geliebt werden,
oft reicht es auch, wenn du lieben kannst.

Du musst Menschen nicht immer verstehen,
oft reicht es auch, Verständnis zu haben.

Du musst das Leben nicht immer nachvollziehen können,
oft reicht es auch, ihm zu vertrauen.

Du musst dich selbst nicht immer begreifen,
oft reicht es auch, zu dir zu stehen.

Du musst die Schuld nicht immer bei dir suchen,
oft hattest du tatsächlich schon alles gegeben.

Du musst nicht enttäuscht sein, wenn Erwartungen unerfüllt bleiben,
oft liegen die größten Chancen genau dort verborgen.

Du musst nicht immer geliebt werden,
oft es reicht es aus, wenn du lieben kannst.

Benno Blues

Die Schuldfrage





Zuerst gab ich meiner Frau die Schuld,
dann der Depression.
Ich gab meinem Vater die Schuld
und der Kirche,
dem Sozialismus,
der Stasi
und den Menschen, die mich verrieten.
Ich gab der Welt die Schuld
und den Umständen.

Es brauchte lange
bis ich erkannte,
dass nicht allein sie mich zum Opfer machten,
sondern letztlich auch ich selbst dies tat.

Wer die Schuld hat,
hat die Macht,
hat Macht über mich.

Verantwortung kommt ohne Schuld aus.

Benno Blues

Eine große Familie



Foto: Ingo Büsing / pixelio.de

Mein Name ist Angst und ich habe viele Geschwister. 
Sie heißen Wut, 
Zorn, 
Eifersucht, 
Misstrauen, 
Hoffnungslosigkeit, 
Zweifel, 
Scham, 
Schuld, 
Neid...

Ich bin sehr wichtig für sie.
Ohne mich könnten sie nicht leben.

Benno Blues



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