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Ein Mantel für die Angst




Der Angst steh'n viele Fragen
ins Gesicht geschrieben.
Die Schrift furcht schwarz
und manchmal rot.
Schon ziemlich oft
hat sie hinfort getrieben
des Lebens Fülle
ohne Not.

Die Antworten
sind leider nicht zu finden,
wenn man die Liebe nicht befragt.
Vergang'nes nur wird frisch belebt,
um schließlich vorschnell zu verkünden,
dass besser nicht man Neues wage,
dass man vermeide
und verzage.

Die Liebe niemals fragt
"Warum?",
fragt lieber "wann" und "wo" und "wie". 
Sie ist der Mantel,
warm und weich,
in den sich hüllen mag sogleich,
der kleinen Seele Angst
samt ihrer Fragen.

Sie ist die Antwort,
die wohl Einzige,
dem Bangenden
an dürren Tagen.

Benno Blues

Verlaufen


Gedicht Depression
Foto: pixabay.com

Entkommen mag ich mir in wagen Stunden,
entfliehen möchte ich 
all dem, das gierig nach mir greift.
Will hier nicht sein mit mir und all den Wunden,
will hier nicht sein mit mir in dieser Zeit.

Hinfort, hinfort, 
das Glück will ich erkunden!
Was hält mich noch, was gibt mir Halt?
Was ist es, das mich lässt gesunden?
Ich such und such 
und bin mir selbst entschwunden.
Mein Ruf in leerem Raum verhallt.

Die Seele ließ mich ziehn.
Mit schalem Blick sah sie mir nach.
Was trieb mich fort ins Tal gelebten Lebens?
Was trieb mich fort ins Silberland der Phantasie?
Ich sucht in dir, was ich hab aufgegeben,
des Herzens eigne Melodie.
War es nicht meiner Seele Beben, 
wonach mich ließ die Sehnsucht streben?

Was ich auch immer such, 
kann nur ich selbst mir geben.
Nun komm ich heim.
Das
will das Leben.

Benno Blues

Nach vorn sehen


Spruch Loslassen
Foto: pixabay.com

Was wir loslassen, kann uns nicht mehr festhalten.

Ernst Ferstl

Mitgefühl und Lebenslast


Foto: Angelina Ströbel / pixelio.de


Die Last deines Lebens,
sie gleicht einem grauen Stein.
Behutsam nehme ich ihn in meine Hände.
Er wiegt schwer.
Ich sehe ihn mir an.
Ich sehe ihn mir an und bemerke
die vielen kleinen Schriftzeichen 
auf seiner Oberfläche.
Von Trennung erzählen sie, 
von Zurückweisung, 
von Verletzung, Trauer und Schuld.

Viele Geschichten weiß der Stein zu erzählen.
Ich höre ihm zu.
Und während ich ihm zuhöre, 
spüre ich, 
wie er leichter wird nach und nach.
Ich rede nicht.
Ich höre nur,
nicke ab und zu und sehe ihn an.

Er hat viel zu erzählen, dieser Stein.
Es tut ihm gut, das jemand zuhört.
Meine Hände wärmen ihn.
Es klingt fast friedlich, wie er erzählt,
mit sanfter Stimme mitten in die Stille hinein.

Benno Blues

Verstrickung


Foto: Annemarie Bütow

Ein glückliches Leben zu führen,
scheint insbesondere demjenigen vergönnt,
der zu jeder Zeit
den Unterschied zwischen 
Vergangenheit, 
Gegenwart 
und Zukunft 
zu erkennen vermag.

Benno Blues

Angst und Zuversicht




"Warum ist für dich alles immer so leicht?",
fragte die Angst die Zuversicht.
"Ganz einfach.", entgegnete diese, "Ich bin selten allein unterwegs.
Mit Dankbarkeit und Liebe reise ich in die Vergangenheit,
mit Vertrauen und Neugier in die Zukunft."
"Wird dir das denn nie zuviel, immerzu Gesellschaft zu haben?", will die Angst wissen.
"Ach weißt du", entgegnet da die Zuversicht, "das viele Reisen in andere Zeiten strengt mich doch schon an. Darum habe ich jetzt auch mein Lager in der Gegenwart aufgeschlagen. 
Aber ab und zu, da zieht es mich noch hinaus..."

Benno Blues

Weg aus der Enge




Inmitten meiner kleinen Welt
fand ich eine große Welt.

Ich sah den Anfang nicht
und nicht das Ende.
Es begann schon
ehe es war.

Ein Heute
ohne ein Gestern,
ein irrendes Heute,
auf der Suche nach Wahrheit.

Türen aus Schmerz
und Enttäuschung.
Wege von Einsamkeit und Stille.
Aufbruch aus Enge.

Das Ego,
nichts weiter
als schlechte Maskerade
enttäuschter Kinderseele.

Innen, nach Liebe hungernd,
klein und verletzt.
Außen, omnipotent,
unbesiegbar.

Die Seele,
beschämt, verschmäht, zerschnitten,
gezeichnet vom Leben,
halb verborgen, halb vergessen.

Innen, 
ein heiliger Ort,
Dimension des Ursprungs,
Quell allen Seins,
Matrix des Lebens.

Zeit für Begegnung.
Spüren.
Heilsame Zuwendung,
aus liebsamer Stille geboren.

Frieden

Benno Blues

Selbst gemacht




Schreibst deine Worte du
auf Notenzeilen freundlicher Gedanken,
schreibst du in Dur und nicht in Moll,
beginnt das Herz zu singen leise
und summt die Seele wohlig wohl.

Tauchst deinen Blick du ein
ins zarte Licht der Liebe,
die Welt zu strahlen nun vermag.
Angst, Zorn und Neid sind zumeist Lebensdiebe,
die stets verdunkeln deinen Tag.

Gibst du dir Raum
und deinen Wünschen,
begrüßt das Helle du, doch auch die Nacht in dir,
wird fortan Frieden sein statt Kämpfen,
und manches Gute kommt herfür.

Der Zeiten Lauf gebiert nicht wirklich Neues.
Der Menschen Dasein war schon immer so.
Versuchst Vergang'nes du zu halten,
schaffst nie es in die Gegenwart
und wirst des Lebens auch nicht froh.

Erfreue dich an kleinen Dingen,
verschenk ein Lächeln jeden Tag.
Sei großzügig mit dir und Andern,
find Ruh und Kraft in deinem Sein,
dann nennst das Glück du fortan dein .

Benno Blues

Erkenntnis






Man kann das Heute nicht erkennen,
wenn man das Gestern nicht sehen will.

aus Irland

Das Leben ist jetzt


Wenn du mit deinem Kummer viel in der Vergangenheit unterwegs bist und mit deinen Sorgen in der Zukunft - spanne ruhig mal eine Hängematte zwischen beide Orte und streichle dir den Bauch. 

Benno Blues

Loslassen




Wenn du lernst, in deinem Haus und in deinem Leben gründlich aufzuräumen, das Durcheinander zu beseitigen und die Vergangenheit loszulassen, entsteht Raum, in dem deine Beziehungen frei atmen können und die Liebe erscheinen kann.



Zen-Lehre

Die beste Zeit


Spruch Gegenwart
Foto: Christina Bieber  / pixelio.de

Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, 
war vor zwanzig Jahren. 
Die nächstbeste Zeit ist jetzt.
Verfasser unbekannt

Depression


Spruch Depression
Foto: Christian v.R.  / pixelio.de

Wenn du deprimiert bist, lebst du in der Vergangenheit. Wenn du besorgt bist, lebst du in der Zukunft. Wenn du in Frieden bist, lebst du in der Gegenwart.  

Laotse



Zukunft



Spruch Glück
Foto: Ingo Merbeth / pixelio.de


Über Vergangenes mache dir keine Sorgen, dem Kommenden wende dich zu.  

Laotse

Vergangenheit



Spruch Vergangenheit
Foto: pixabay.com


Ein Blick in die Vergangenheit hat nur Sinn, wenn er der Gegenwart oder der Zukunft dient. 

Quelle unbekannt
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